Wenn Direktbanken offline gehen und Filialbanken mobil werden

abstract-1231889_960_720Der Begriff Direktbanken assoziiert im ersten Moment Banken, die reine Online-Konten anbieten und daher auf personalintensive Filialen verzichten können. Doch diese Grundannahme muss mittlerweile revidiert werden, denn immer mehr Filialbanken setzen ebenso auf Online-Banking und Mobile Banking. Beispiele für solche Banken sind die Postbank, Deutsche Bank oder Targobank. Während bei einigen Finanzinstituten der Online- Vertriebsweg strikt vom stationären Bankgeschäft getrennt agiert, bieten andere Banken ihren Kunden eine Kombination aus mobilem Banking und den in der Filiale angebotenen Dienstleistungen.

Direktbanken ergänzen ihr Angebot an Dienstleistungen ebenfalls stationär

Doch auch die traditionell assoziierten Direktbanken, wie beispielsweise Consorsbank oder die ING-DiBa haben ihr Geschäftsmodell längst in Richtung Standort überarbeitet. Beispielsweise richten manche Direktbanken sogenannte Terminals ein, an denen neben Aus- und Einzahlungen sämtliche Bankgeschäfte und Transaktionen selbstständig vom Kunden und unabhängig von den Öffnungszeiten ausgeführt werden können. Das mobile Banking bekommt auf diese Weise sozusagen einen Offline-Zugang als Ergänzung.

Mehr Kunden erreichen und diese on- und offline abholen

Die Vorteile für die Filial- und Direktbanken liegen in einer größeren Reichweite und verbessertem Service, der sich an die Bedürfnisse der Kunden anpasst. Beim Wettbewerb um solvente Kunden wird nicht nur mit in der Kontoführung kostenlosen Gehaltskonten und günstigen Dispozinsen geworben, auch zahlreiche Möglichkeiten zum gebührenfreien Bargeldbezug sind heute ein Verkaufsargument etwa für Girokonten von Direkt- und Filialbanken. Viele Prozesse und Verfahren im Banking werden heutzutage vom Kunden ausgehend erdacht. Das hat unter anderem zur Folge, dass Direkt- und Filialbanken in Kooperationen ihre Geldautomaten- Netze einer großen Kundengruppe zugänglich machen und zusätzlich bestimmte Schalterdienstleistungen von im Verbund zusammengeschlossenen Banken anbieten. Auch branchenübergreifende und sich an der Lebenswirklichkeit der Kunden orientierende Bargeldbezugsstellen werden so erschlossen. Viele Finanzinstitute werben damit, dass Kunden sich an der Kasse des Supermarktes, Discounters, Baumarktes oder einer Tankstelle mit Bargeld versorgen können. Die ursprünglich einmal scharfe Abgrenzung zwischen Direktbanken und Finanzinstituten mit Filialgeschäft löst sich so zunehmend auf.

Reale Vernetzung: Kontoeröffnung zunehmend per Webcam-Identifikation

Zu guterletzt kommen sowohl Filial- als auch Direktbanken ihren Kunden immer stärker entgegen und bieten zu nehmend die sogenannte Videolegitimation an. Diese erspart den Kunden den in unseren modernen Zeiten recht langwierigen Weg über das Postident-Verfahren und macht auf diese Weise Kontoeröffnungen online in wenigen Minuten möglich.

Kein Unterscheidungsmerkmal mehr

Bei dieser wachsenden Verflechtung zwischen on- und offline, die sowohl im stationären Bankgeschäft wie bei Direktbanken stattfindet, kann man konstatieren, dass der Begriff Direktbank kein Alleinstellungsmerkmal mehr bedeuten muss in Bezug auf die angebotenen Dienstleistungen. Verbraucher können daher genau die Girokonten oder Finanzprodukte wählen, die zu ihren Gewohnheiten und ihrem Lebensstil passen. Dienstleistungen sowohl online als auch offline haben heute nahezu alle Banken im Angebot.